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Damit die Helfenden im Palliativbereich nicht ausbrennen

Gespräch mit Nadine Lexa, (MAS Palliative Care)

über die Burnoutvermeidung im Bereich Palliative Care.

  1. Was hat eine junge Frau mit dem Thema Burnout im Palliativbereich zu tun? – Wie kommst DU zu dem Thema?
  2. Was ist aus Deiner Sicht ein Burnout – vielleicht auch der Unterschied zur Depression, Symptome
  3. Wer bekommt einen Burnout, was muss er / sie dafür tun oder haben, damit des zum BU kommt?
  4. Ist BO ein individuelles Thema? Wenn ja, was kann ich individuell tun
  5. Ist BO ein Organisationsthema? Organisationsverschulden? Was kann eine Organisation tun, um die Anzahl der BO-Geschädigten möglichst gegen null fahren zu lassen?
  6. Gescheite BO-Prävention ist wichtiger Baustein in der Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung.
  7. Klinikseelsorger haben einerseits ein hohes Aufgabendeputat, andererseits haben sie oftmals einen Blick von außen – zumal sie in der Regel nicht auf der Gehaltsliste und IM Organigramm der Klinik stehen. Was leistet Klinikseelsorge aus deiner Sicht bereits in diesem Bereich, wo wären Wünsche, damit bei Palliative Care nicht nur für den Patienten gesorgt wird sondern auch für den Mitarbeiter.

(C) Stefanhund, 2018

Link zum Buch (Kein Affiliate) : https://www.amazon.de/Burnout-Burnout-Prävention-Palliative-Care-Gesundheitsfachpersonen/dp/345685191X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1537439486&sr=8-2&keywords=Nadine+Lexa

Kontakt zu Nadine Lexa: nadinelexa@gmail.com

Interview mit Sandra Mantz, Begründerin und Geschäftsführerin der Sprachgut-Akademie (3v3)

 

Shownotes:

Klinikseelsorge und gelingende Kommunikation sind wichtig.
Menschen, die an etwas glauben, haben ein stärkeres Immunsystem.
Sandra Mantz plädiert für mehr Spiritualität im Alltag und eben nicht nur in Notsituationen.

„Ein Profi bereitet sich vor und übt eben nicht erst im Spiel.“ Das gilt auch für den Umgang mit Sterben und Tod, wer hier nicht trainiert ist, der gerät leichter in die Defensive. Emotionale , persönliche aber auch moralische Druck-Antworten aus der Zisternen- Situation sind dann eher die Regel.

Wir sind geprägt durch das eigene Erleben. Es ist eben nicht egal was wir denken, reden bzw. kommunizieren. Wenn ich weiß was ich kann, werde ich gelassener.
Gute Kommunikation macht gesund, körperlich wie wirtschaftlich – alles andere kostet, zwingt zum zahlen.

Kontakt:

Sandra Mantz

www.sprachgut-akademie.de

(c) Stefanhund.com

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http://bit.ly/iTunes-Podcast-Klinikseelsorge
https://spoti.fi/2tNOkVU

 

Interview mit Sandra Mantz, Begründerin und Geschäftsführerin der Sprachgut-Akademie

Gute Kommunikation folgt guten Mustern

Shownotes:

Sandra Mantz ist Begründerin und Geschäftsführerin der „Sprachgut-Akademie“

Der berufliche Hintergrund von Sandra Mantz ist die Altenpflege, hier ist sie groß geworden.

Eine Ihrer  wichtigen Lebens- und Arbeitserfahrungen:
Gute Kommunikation folgt guten Mustern

Solange alles gut und ruhig ist funktioniert Kommunikation in der Regel gut. Allerdings, kommen Sorgen und Ängste oder anstrengende Situationen / Umfelder hinzu, wird es schwierig. Da reicht es nicht mehr aus, was man mitbringt.
Kommunikation zum Stichwort Tod: Im Altenpflegebereich ist dieses Thema gegenwärtig, oft aber fehlt die Reflexion in den Teams über das Thema Tod.

Pflegekräfte haben nicht nur ihren eigenen Umgang mit dem Thema, hinzu kommen auch die Patienten. In der Regel geht das professionell. Schwierig wird die Situation dann, wenn Verwandte mit dem Sterben nicht umgehen können oder auch wenn Familienstreitigkeiten an dieser Stelle mit in die Kommunikation mit hineinspielen.

Hier braucht es Schulung und Begleitung, sonst werden die Mitarbeiter gerade durch diese Situation zunehmend erschöpft. Insbesondere, wenn die Themen nicht aufgelöst werden und in der Kommunikation (unterschwellig) präsent sind.

Kontakt:

Sandra Mantz

www.sprachgut-akademie.de

(c) Stefanhund.com

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P-K-045-Interview mit dem Ökumenischen Besuchsdienst (Grüne Damen / Grüne Herren) Teil 3/3


Aus dem Inhalt

  • Besuchsdienst ist eine Bereicherung für die Ehrenamtlichen, die sie mit nach Hause nehmen …
  • Die Dankbarkeit der Patienten, dass man zugehört hat, ist ein großer Lohn
  • Grüne Damen und Herren sind ein kirchl. Angebot. Wie weit spielt Kirche oder Glaube eine Rolle?
  • Es ist ein BESUCHS-Dienst, das entspannt. Und gerade diejenigen, welche am Anfang sehr abweisend waren – sind im Verlauf des Gespräches die Interessiertesten – eine häufige Erfahrung…
  • Sehr hohe Akzeptanz: In 18 Jahren nur zwei mal weggeschickt.
  • Ökum. Besuchsdienst und andere Religionen – Hier kann der Besuchsdienst zum Vermittler werden

(C) Stefanhund.com

Episode hören:

http://podcast-klinikseelsorge.podigee.io/46-podcast-klinikseelsorge-046-der_lohn_des_ehrenamts_gruene_damen-3v3

Ab August/September 2018 wir es wieder einen Ausbildungskurs „Grüne Damen/Herren“ geben. Wenn Sie Interesse haben, rufen Sie bitte die Kolleginnen einfach an:

 

Klinikum Darmstadt GmbH

Katholische Klinikseelsorge – 06151 – 107 – 5640

Evangelische Klinikseelsorge – 06151 – 107 -5641

Was ist mein Auftrag?


In diesem Jahr hatte ich in der Karwoche bis zum Osterdienstag das Notruf-Telefon der Klinikseelsorge. Wenn dieses klingelt, gerade in den Sonderzeiten wie Nachts oder am Wochenende ist es erst einmal wichtig zu klären, mit welchem Auftrag ich angefragt werde.
Ist es ein Notfall – d.h. das Thema Sterben und Tod sind betroffen – oder ist es eine Situation, wo meine Kollegen oder ich auch am nächsten Tag kommen können.

Hier müssen wir als Klinikseelsorger eine klare Linie ziehen, denn ein Ja zu einer Situation, wo wir dann vor Ort sind, bedeutet ein NEIN gegenüber einem anderen Patienten, wo wir nicht kommen können. Immerhin sind wir – in den Notzeiten – als Einzelne(r) für eine Großklinik und zwei mittlere Krankenhäuser, ein kirchliches Altersheim und ein Hospiz zuständig.

Neben vielen professionellen Kompetenzen, einer Zugewandtheit zu den Menschen und einer eigenen Erdung – ist Gelassenheit in diesem Moment sehr wichtig… denn wir kommen schon in aufregende Situationen und dann ist es gut, wenn wir Ruhe und Klarheit anbieten können…. und dann ist auf einmal sehr viel möglich.

In dieser Episode erzähle ich (wie Immer verfremdet) von zwei unterschiedlichen Einsätzen. Als Klinikseelsorger erleben wir auch am Einsatzort, dass es wichtig ist, dass wir da sind –  aber zwischen unserer Alarmierung und dem was wir konkret vorfinden, gibt es manchmal auch eine Auftragsverschiebung. Im ersten Fall wurde mir gesagt, dass der Patient mich braucht – nachher war es aber der Sohn, im zweiten Fall eine Mischung aus Patientin und Enkel…

 

(C) stefanhund.com

Wie sieht der Einsatz rund um die Stille Geburt aus?

Wenn wir kommen, wollen wir die Extrawurst

Helga Schmidtke erzählt, wie sie für einen Einsatz verständigt wird. Klar ist für sie, dass eine Familie im Fall der Fälle eine Vielzahl unterschiedlicher Professionen braucht. Hier ist ein gutes Netzwerk und auch die Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge wie auch den Bestattern und den Mitarbeitern des Friedhofsamtes wichtig.

 

© Stefanhund.com

 

Kontakt:

Helga Schmidtke,

https://www.die-sternenkinderbestatterin.de

(Foto: Privat)

Frauen trauern anders – Männer auch

Helga Schmidtke – Initiatorin vom Sternenkinderzentrum Odenwald e.V.

In der Regel hat insbesondere der Mann auch keine Zeit zum Trauern, da er direkt wieder in den Job geht / gehen muss. Auf der anderen Seite, auch wenn auch grobschnittig gezeichnet, so Schmidtke, ist es der wichtige Beitrag des Mannes, um für die Familie zu sorgen. Das ist, so Helga Schmidtke, auch gerade seine Wertschätzung für die Frau auszudrücken – es ist nicht, wie ihr vielfach in der Arbeit mit Frauen begegnet, die ängstliche Vermutung, er würde sie jetzt nicht mehr lieben und wegrennen, im Gegenteil – es ist, so Schmidtke, ein Liebesbeweis.

„Sexualität in der Trauerarbeit ist ein Riesenthema“. Natürlich kann und will Schmidtke nicht pauschalisieren, aber: „Männer machen ganz viel Trauerarbeit über die Sexualität, weil sie sich einfach nur so spüren können.“ Wenn Männer Trauer nicht spüren können, gehen sie, so Schmidtke über die Sexualität in die Trauerarbeit. In der Kommunikation mit den Frauen kommt es aber in diesem Moment zur größten Irritation: „Wir haben gerade unser Baby tot geboren und wie kann der jetzt an Sexualität denken…“ – Er denkt jetzt an nichts anderes. Schmidtke versteht das noch als eine viel tiefere, intensivere Kommunikation der Männer – und wahrscheinlich, so ihre Vermutung, können das die Frauen in diesem Moment gar nicht zulassen. In ihren Trauergruppen thematisiert sie das darum deutlich. Denn auf der anderen Seite, so ihre Erfahrung, ist ein Aspekt der Wahrnehmung bei den Frauen: Am Ende der lebensbejahenden Sexualität kommt ein totes Kind. Und in diese Situation will ich als Frau nicht mehr kommen… Hier mache ich „Prophylaxe“ und lasse erst mal keine Nähe zu. Das wiederum irritiert in der Kommunikation die Männer. Mehr noch, auch ich als Mann habe dazu beigetragen… was gleichzeitig noch mehr Abstand bedeutet. Daraus folgert Schmidtke: Auch Männer brauchen Begleitung – und das keinesfalls (!) von Frauen. Sie fordert mehr Männer in der Trauerarbeit und in der Unterstützung von Männern im Trauerprozess. In ihrem Sternenkinderzentrum ist monatlich ein Angebot von einem Mann nur für Männer – „und in dieser Zeit ist da frauenfreie Zone“. Letztlich ist das für Schmidtke ein Beitrag zum besseren Verständnis zwischen den Geschlechtern.

Sternenkind – ohne Papa – Das kann viele Gründe haben, im Folgenden werden einige aufgezählt. Ein Teil, so ihre Erfahrung geht auch, weil sie schlichtweg von der Situation überfordert sind, es gibt aber auch Beziehungen, die gingen in der Schwangerschaft in die Brüche und jetzt, nach der stillen Geburt, kommt es wieder zu einer Annäherung, die für beide Partner Schwerstarbeit bedeuten. In der Regel ist der Focus nur auf den Müttern, aber zu Recht fragt Schmidtke, dass es da ja neben den Eltern möglicherweise noch viel mehr Beteiligte gibt, die sich auf das Kind gefreut haben. – Großeltern, Geschwister, Paten – auch sie sollten das Kind kennenlernen, um es verabschieden zu können.

 

© Stefanhund.com – 2018

 

Kontakt:

Helga Schmidtke,

www.die-sternenkinderbestatterin.de

(Foto: Privat)

 

Jede 3. Frau erlebt die Situation, dass eine begonnene Schwangerschaft …

Helga Schmidtke sagt, dass jede 3. Frau, mindestens einmal im Leben eine begonnene Schwangerschaft (Sie definiert Schwangerschaft mit dem Zeitpunkt der erfolgreichen Befruchtung) nicht wie erwartet mit einem lebenden Kind, was zwei Jahre und älter wird, beendet.

In früheren Generationen wurde dies nicht thematisiert, das verändert sich aber langsam.

Bisweilen werden unbewusst Erwartungen gegenüber dem älteren, nicht (mehr) lebenden, Geschwister auf mindestens ein jüngeres übertragen. Manchmal übernehmen Geschwisterkinder (unwissentlich), Aufgaben oder Funktionen des Älteren – das hat teilweise massive Folgen für das eigene Leben. Dies ist auch in Seelsorge und Coaching, so Stefan Hund, häufig auch Jahrzehnte später, ein Thema. Vermutbar oft auch erkennbar werden diese Kostellationen meist in einer Aufstellungsarbeit, so Hund. Hier kann in der persönlichen Zusammenarbeit geholfen werden, aber bis dahin sind schon viele schöne Jahre ins Land gegangen.  Auch die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten dieser Tabuisierung sind nicht zu unterschätzen.

Nach dem Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft „ticken“ Männer und Frauen sehr unterschiedlich, so Schmidtke. Männer und Frauen trauern sehr unterschiedlich. Dabei kommt es häufig zu Kommunikationsproblemen, weil insbesondere die Männer nicht so trauern, wie es die Frauen erwarten. Während die Frauen, so die Schmidtke, sehr viel reden müssen, machen es die Männer oft mit sich selbst aus.  Die Männer müssen die Trauer im wahrsten Sinne des Wortes „verarbeiten“ – sie müssen was tun – wie „Holz hacken“. Männer muss man in Trauersituationen ins Handeln bringen, sie neigen sonst in die Betäubung zu gehen. Arbeit, Sport oder auch Alkohol. Schmidtke meint, dass es Männer oft gar nicht gelernt haben zu trauern. („Ein Indianer kennt keinen Schmerz“)- Dazu kommt, sie können es oftmals gar nicht zeigen – erst recht nicht unter Männern im beruflichen Kontext.

 

© Stefanhund.com – 2018

 

Kontakt:

Helga Schmidtke

www.die-sternenkinderbestatterin.de

 

(Foto: Privat)

Helga Schmidtke, Sternenkindzentrum Odenwald

Teil 1von 4:

Wer ist Helga Schmidtke, die Frau hinter diesem wichtigen Projekt?

Helga Schmidtke, Initiatorin und Leiterin des Sternenkinderzentrums an der hessischen Bergstraße.

Die 45-jährige ist vom Grundberuf Krankenschwester. Vor 8 Jahren begann sie mit dieser Arbeit und hat heute vornehmlich „Sternenkinderfamilien“ im Blick. Persönlich bezeichnet sich die leuchtend Rothaarige als eine suchende und gerne lebende Person. „Diese Arbeit ist für mich ein Weg INS Leben.“ „der sie feiner getaktet für die kleineren Dinge des Lebens macht.“

Am Anfang stand im Freundeskreis ein schwerstpflegebedürftiges Kind. Sie wurde angefragt zu helfen, sei spricht über das Für und Wider…- bis sie dann ins beruflich eiskalte Wasser sprang – Ihr Mann Michael trug diese Entscheidung in den unterschiedlichen Facetten mit, wie sie beschreibt. Den Anstoß zum Sternenkinderzentrum bekam sie dann in der Zusammenarbeit mit einer Sternenkind-Fotografin. Hierbei erlebte sie, dass ihre Arbeit für diese betreffenden Familien heilsam war und ist.

Sternenkinder (alias Schmetterlings- oder Regenbogenkinder) sind Kinder, die entweder tot geboren werden oder kurz darauf sterben. Von einer „stillen Geburt“ wird gesprochen, wenn kein Kindsschrei zu hören ist. In aller Regel ist das auch für die betroffene Frau und ihr Umfeld eine emotional extrem belastende Situation.

Schmidtke spricht die Änderung von 2013 im Personenstandsgesetz an. Geborene Kinder ab einem Gewicht von 500g müssen im Personenstandsregister erfasst und auch beerdigt werden – unter 500g – und das war ein Durchbruch: können die Geburten auf Antrag in diesem Register beurkundet und die geborenen Kinder bestattet werden. In der Regel wird diese Bestattung als Sammelbestattung über die entsprechende Klinik in Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge organisiert, alternativ kann hier bereits eine Zusammenarbeit mit dem Sternenkinderzentrum – von denen es in unterschiedlicher Ausprägung inzwischen eine Vielzahl in Deutschland gibt, begonnen werden.

Kritisch sieht Schmidtke die sogenannte „3-Monats-Regel“ – erst dem Umfeld nach Ablauf dieser Frist etwas von der Schwangerschaft zu erzählen. Denn, so die zweifache Mutter, die Frau war schwanger, hat das werdende Kind verloren, kann aber mit niemandem darüber sprechen – zumal es auch im Vorfeld nicht kommuniziert worden ist. Und doch, man kann nicht nicht kommunizieren.

 

© Stefanhund.com – 2018

 

Kontakt:

Helga Schmidtke,

https://www.die-sternenkinderbestatterin.de

(Foto: Privat)