005 – Aussegnung – Der Gemeinschaft ein gutes Ende geben…

Nach der Ankündigung, dass der 91 Jährige Karl Maier in meiner fiktiven Hessen-Klinik gestorben ist, vereinbaren wir einen Termin für eine Aussegnung. Eine Aussegnung ist seit Alters ein Rite de Passage – hier am Ende des Lebens. Aus meiner Sicht ist es wichtig, ein solches Ritual zu haben, um eine Zeit für alle Beteiligten gut abschließen zu können.

Für mich als Evangelischen Pfarrer bedeutet dies, dass ich im Krankenhaus bestimmte Dinge für diese Aussegnung mitbringe. Wie dieses Ritual bei dem Einzelnen konkret ausgestaltet wird, ergibt sich auch aus dem Gespräch mit den versammelten Angehörigen.

Im Folgenden erzähle ich einen beispielhaften Ablauf.

Die Aussegnung ist ein wohltuendes altes Ritual, welches aber an vielen Stellen fast schon so etwas wie in Vergessenheit geraten ist. Aus meiner Sicht ist es aber ein sehr wichtiges Ritual am Ende einer gemeinsamen Zeit, am Ende einer Gemeinschaft.

Das erlebe ich im Übrigen sowohl im Umfeld der Klinikseelsorge als auch im Umfeld von Coaching im Unternehmenskontext. In Filmen und in der Literatur wird genauso davon berichtet, oft jedoch beiläufig. Aber es ist sehr folgenreich, ein guter Abschluss des bisherigen schafft genauso eine Grundruhe – wie auch eine gute Begrüßungszeremonie einen entsprechend positiven Start in eine neue Zeit ermöglicht. Fehlt das eine oder andere, tauchen Schwierigkeiten in der Kommunikation und im Miteinander auf.

Das Gewesene muss erst, wie es Herbert Groenemeyer ausdrückt „Sicher in meiner Seele“ angekommen sein. Dann ist Raum für Neues.

Wie immer erreichen Sie mich unter podcast-Klinikseelsorge@stefanhund.com

Vielen Dank